VIDEOSCHNITTE 2007

 

Videoschnitte

 

Wir, die Konsumenten der inzwischen unumgänglichen sogenannten Neuen Medien haben mit den Bildwelten, den Montagen und Serien Thomas Risslers nicht nur indirekt schon lange zu tun. Die Welt begegnet uns nun in immer weniger schematischen Darstellungen und piktogrammartigen Vereinfachungen wie Clipart- und sonstigen Bildersammlungen.

Diese entwickelten sich in einer weiteren Stufe zu jedermann verfügbaren Video- und Audiokürzeln, Film- und Tonsequenzen, bewegten, animierten Bildern, Statements mannigfaltiger Provenienz und unterschiedlichsten Qualitäten, Anliegen und Inhalten. Immer wieder werden sie kopiert, geklont, bearbeitet. In Myriaden bevölkern sie als Gigabytemonster heimische Datenträger und Onlinedatenbanken. Unsere Wirklichkeit wird hier nicht nur gespiegelt, sondern geht auf in einem virtuellen Paralleluniversum. Immer schnellere Internetverbindungen speisen mit youtube, myspace und blogs die Quellen der Arbeit Thomas Risslers.

Eine überindividualisierte Gesellschaft bedient sich eines zwar unübersichtlich großen, aber dennoch für alle gleich verfügbaren Pools an Zeichen und Gesten, um eben diese Individualisierung zu erreichen. So entsteht der paradoxe Eindruck von Gleichartigkeit bei größtmöglicher Anstrengung zur Unterscheidung.

Der Künstler saugt sie auf, diese alles überdeckende Flut, in seinem kaum stillbaren Verlangen nach Visualisierung.

Bis dato nutzte Thomas Rissler in erster Linie die im Netz zur Verfügung stehenden Stand-Bilder für seine Arbeit, die Umsetzung in Computergrafik und ihre Zurückentwicklung in das erste effektive Massenmedium: Holzschnitt.

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